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Die sanften Riesen


Aussehen und Charakter:

Die Maine Coon, auch als „Maine Cat“, „Shag Cat“ oder „Maine Shag“ bezeichnet, gilt als die größte Hauskatzen-Rasse (vgl. www.maine-coon-katze.info). Die aller größten Kater der Rasse haben Rekorde bis zu 16kg und um die 130cm Länge erreicht (vgl. www.tierfreund.co/maine-coon), wobei hier das Gewicht schnell auf die Gesundheit, sprich Herz und Gelenke und Lebenserwartung gehen kann, weshalb eine Selektion auf das Gewicht in unseren Augen nicht sinnvoll ist. Normal sind bei den Katern eher ein Gewicht zwischen 7kg und 9kg, bis maximal 10kg. Bei Kätzinnen liegt das Gewicht zwischen 4kg und 6kg, bis maximal 7kg. Maine Coons gehören zu den Halblanghaarkatzen, sind großrahmig und haben einen langen buschigen Schwanz. Die "Tipps" (auch „Luchspinsel“ genannt) auf den Ohren sind erwünscht, aber gemäß Standard kein Muss und auch lediglich als kleine, optische Verlängerung der Ohren anzusehen. Die Augen liegen weit auseinander und die Ohren sind oben auf dem Kopf angesetzt, sollten eine breite Basis und eine Ohrbreite Abstand haben, sowie leicht versetzt stehen, wobei die äußere Kante in der Verlängerung der Augenlinie beginnen soll. Das Profil weißt, im Gegensatz zu den Norwegischen Waldkatzen, eine leichte konkave Neigung auf, das Kinn hat eine gute Tiefe und schließt gerade ab. Das Fell ist halblang, dicht und wasserabweisend, die Pfoten mit Fellbesatz („Schneeschuhe“) gegen Kälte geschützt (vgl.: www.1.fifeweb.org/dnld/std/MCO.pdf) Eine anschauliche Beschreibung des Rassestandards mit vielen Beispielen kann dem verlinkten Maine Coon Seminar entnommen werden (www.calitanmc.com/mcgermantica.pdf). 

Die Fußballen sind äußerst empfindlich und zart, hier spüren sie direkt Temperaturunterschiede und durch die verlaufenden Nerven ist beispielsweise auch das Treteln auf weichen Untergründen ein wahrer Genuss für sie. Maine Coons sind Spätentwickler und gelten erst zischen 2,5 und 4 Jahren als voll ausgewachsen.

Trotz ihrer Größe und Kraft sind sie sehr sanftmütig und äußerst menschenbezogen. Häufig folgen sie ihren Besitzern wie Hunde und sind auch entsprechend anhänglich. Wie bei uns Menschen gibt es auch unter den Kitten innerhalb eines Wurfes charakterliche Unterschiede. Besprechen Sie mit dem Züchter ihre Lebenssituation, Vorlieben und Vorstellungen zu einer Katze, sodass der neue Familienzuwachs bestmöglich zu Ihnen passt und auch dieser sich im neuen Zuhause direkt wohl fühlt. Maine Coons sind intelligent und extrem geschickt mit ihren Pfoten, mit denen viele auch fressen und trinken und häufig auch problemlos Schränke und Türen öffnen können.

Insgesamt eignen sich Maine Coon Katzen sehr gut für Familien mit Kindern und Menschen, die einen anhänglichen und verschmusten Gefährten suchen. 

 

Geschichtlicher Hintergrund

Legenden &  Mythen

Nicht nur bei anderen Rassekatzen stehen eine Reihe von Sagen und Legenden am Ursprung, auch zur Entstehung der Maine Coon gibt es viele Geschichten. So könnten die Vorfahren der Maine Coon bereits durch Christoph Kolumbus von den Wikingern (Bjarni Herjulfsson ca. 986 n. Chr. und Leif Eriksson ca. 1000 n. Chr) mit nach Nordamerika gelangt sein. Oder, gemäß einer anderen Theorie konnten Katzen (Felis silvestris catus) bereits vor der Ankunft der ersten englischen Siedler bei der indigenen Bevölkerung Nordamerikas nachgewiesen werden. Auch einen Kapitän Coon soll es gegeben haben, der auf dem Handelsschoner auch einen Maine Coon Kater hatte, der bei den jeweiligen Hafenaufenthalten immer sehr fleißig in Bezug auf die Fortpflanzung mit der lokalen Damenwelt gewesen sein soll. Royaler ist die Legende, die davon ausgeht, dass die Maine Coon aus den langhaarigen Katzen Marie Antoinettes zusammen mit den einheimischen Katzen entstanden sei. Die Königin brachte diese noch vor ihrer Hinrichtung zusammen mit anderen Besitztümern in die USA, da sie hierhin fliehen wollte. Eine Legende, die biologisch so nicht möglich ist, dafür aber das „Coon“ im Namen erklärt, behauptet die Maine Coons seien durch die Verpaarungen von europäischen Hauskatzen mit nordamerikanischen Waschbären („Racoon“), mit ihren ebenfalls buschigen Schwänzen, entstanden. Wahrscheinlicher als all diese Legenden ist jedoch, dass sich die Maine Coon umweltbedingt, durch die harten Winter an der nordamerikanischen Ostküste, zu ihrem heutigen Aussehen entwickelt hat. Die Ähnlichkeit mit anderen Katzenrassen aus ursprünglich ähnlichen Habitaten würde ebenfalls dafür sprechen (vgl. Müller-Rech, 2011, Seite 10 ff.).

In den 1850er Jahren tauchen die Maine Coons als Rassekatzen auf Landwirtschaftsmessen auf. Dort wurden die schönsten „Maine Katzen“ gekürt. Viel der frühen Geschichte der Rasse stammt aus der Feder von Mrs. Pierce, die Mitbesitzerin an einem der frühen Ausstellungskater war. Demnach taucht die Rasse bereits in den 1870ern westlich von Chicago auf und mit dem Aufkommen der Katzenzuchtvereine wird die Maine Coon direkt als Rasse registriert. Bereits im ersten Zuchtbuch der Cat Fanciers´Association (CFA) von 1906 tauchen 28 Maine Katzen auf, wobei damals noch nicht nach Rassen, sondern nach den Kategorien Lang- bzw. Kurzhaar unterschieden wurde (vgl. Müller-Rech, 2011, Seite 13).

Bis in die 1950er Jahre wurde es ruhig um die Maine Coon. Bis dann bei so genannten „Show-Ins“ Liebhaber und Züchter begannen die Maine Coon auf Ausstellungen wieder ins Gedächtnis zu bringen und einen Rassestandard zu entwerfen. Die Anerkennung einer „Bauernhofkatze“(Müller-Rech, 2011, Seite 14)als Rassekatze war gar nicht leicht. Die ersten „Foundation“ Tiere (aus der natürlichen Population entnommene Tiere, die dem Rassestandard entsprachen) wurden gesucht und gefunden und die ersten Züchter etablierten sich in den 1960er und 70er Jahren.

Mit der MCBFA (Maine Coon Breeders & Fanciers Association) entstand 1968 die erste Rassekatzenvereinigung speziell für die Maine Coon und bis heute ist sie die bedeutendste internationale Maine Coon Vereinigung. Während kleinere Vereine wie die CCA (Canadian Cat Association) die ACA (American Cat Association) und die ACFA (American Cat Fanciers Association) die Rasse bereits 1969 anerkannt hatten, folgte die Anerkennung durch die CFA erst 1976, obwohl die Maine Coon bei der CFA das erste Mal (um 1905) ausgestellt worden war. Die Anerkennung bei der FIFé erfolgte im Jahr 1983.Während die Rasse nach der FIFé und WCF (Wold Cat Foundation) Anerkennung einen rasanten Aufschwung erfuhr, wurde die Maine Coon 1985 auch zur „Official State Cat“ des US-Bundestaates Maine ernannt (Müller-Rech, 2011, Seite 15f.).

 

Aus den ersten Zuchttieren leiten sich die Top 5 ab, welche der Anfang der meisten Stammbäume sind: Bridget Katt of Heidi Ho, Andy Katt of Heidi Ho, Dauphin de France of Tati-Tan, Tatiana of Tati-Tan und Smokie Joe of Whittemore. Nur Smokie Joe kam aus Maine, die anderen kamen aus Florida, Maryland und New York.

Anfangs waren ca. 40% der Zuchttiere polydaktyl, d.h. mehrzehig. Hieraus hat sich der Begriff Polycoon oder Poly Maine Coon entwickelt. Nicht in allen Vereinen sind die Polys akzeptiert, in der TICA sind sie über die Schwesternrasse Maine Coon Polytaktyl anerkannt worden. Im Großen und Ganzen sind die Clones zu 35 % im Stammbaum einer ohne „New Foundations“ gezogenen Maine Coon vertreten. 

Dies sind die Katzen, die man als die „Clones“ bezeichnet: Heidi Ho Richard III of Charmalot, Heidi Ho Aurora of MtKittery, Heidi Ho Molly B. of Tanstaafl, Heidi Ho Canth of Tanstaafl, Heidi Ho Percival of Meunerie, Heidi Ho Just Plain Bill Katt, Heidi Ho Justin Morgan Katt, Heidi Ho Coon Victoria, Heidi Ho Annabel Lee of Tycoon, Heidi Ho Camille of Calicoon, Heidi Ho Lovey Mero of Meunerie, Heidi Ho Lady Arwen of Mary B, Heidi Ho Sasquatch of Ktaadn, Heidi Ho Portius of Olde Farm, Heidi Ho Barnaby Katt (www.pawpeds.com/MCO/mchs/introduction_de.html)

Seit den 1990er Jahre ist die Maine Coon zu einer der weltweit bekanntesten und beliebtesten Rassekatze geworden. 

Die Maine Coon in Deutschland

Nach Deutschland kam die Maine Coon in den 1980er Jahren über zwei private Familien (Gautschi und Simon) (Müller-Rech, 2011, Seite 15). Und auch Conny Condit (Heidi Ho Cattery – eine der ersten großen Zuchten) hat ihre Katzen mit nach Deutschland gebracht, als ihr Mann durch den Militärdienst in Deutschland stationiert war. Hier soll sie, in Ermangelung von Zuchtkatern, ihre Katzen auch mal mit Persern gekreuzt haben (Müller-Rech, 2011, Seite 25). Auch nicht bestätigt ist, dass amerikanische Züchter lange die Tiere, die für sie selbst in der USA zu extrem von den Merkmalen her waren, nach Deutschland exportiert hätten. Wobei in Europa der ferale Typus (Wildkatze) tatsächlich mehr geschätzt wird als in den USA (Müller-Rech, 2011, Seite 26). Mitunter dadurch kann die Typveränderung, entstanden durch Selektion, der Maine Coon beobachtet werden. So gibt es den alten Maine Coon Typ, den moderaten und den neuen Typ, wobei Letzterer sich mit seinen Extremen häufig nicht mehr im Standard befindet. Durch die längeren Ohren, die markantere, längere Schnauze, den schlankeren, extremeren Typ mit extremen Tipps hat sich die harmonische Optik häufig auch zu einem unausgewogenen Erscheinungsbild verändert. Auch hier ist in unseren Augen ein gutes Mittelmaß am Schönsten, weshalb wir den moderaten Typ bevorzugen.